
1992: Die Polizistin Julia Durant ist gerade auf dem Weg nach Frankfurt zu ihrer neuen Wohnung. Es erwartet sie eine böse Überraschung, denn sie kann wegen eines Rohrbruchs nicht einziehen. Der Vermieter bietet ihr deshalb eine Unterkunft im Hotels seines Bruders an. Julia ist zwar nicht begeistert, aber was soll sie machen? Auf dem Weg zu ihrer neuen Arbeitsstelle bei der Sitte trifft sie auf Berger, dem Leiter der Mordkommission. Sie ist ganz in Gedanken, denn sie will auch mal bei der Mordkommission arbeiten, das wäre ihr Traum. Vor dem Büro der Sitte trifft sie auf ihre neue Kollegin Tanja Wegner, die gerade auf dem Weg zum Einsatz ist, und überrumpelt Julia, dass sie doch gleich mitkommen kann. Es ist nämlich eine Prostituierte von der Straße verschwunden und Tanja ist sauer, dass sie diese Info erst nach drei Tagen erhalten hat. Sie fahren zur Schwester der Vermissten und Julia weiß, dass sie sich hier in Frankfurt erst noch das Vertrauen der Leute erarbeiten muss. Obwohl Tanja jünger ist, weiß sie, dass sie sich erst einmal an ihr orientieren muss. Seitdem der Straßenstrich draußen am Stadtrand liegt, wird es für die Sitte immer schwieriger, dass sie die Frauen beschützen kann. Ein Problem sind auch die Truckerfahrer, die schnell an den Parkplatz kommen, aber auch wieder sehr schnell verschwinden und deswegen kaum einer etwas gesehen hat oder etwas weiß.
Gegenwart: Julia hat es geschafft, sie ist bei der Mordkommission! Ihr Mann Claus Hochgräbe ist jetzt Privatier, denn er konnte nicht zeitgleich Julias Vorgesetzter und ihr Ehemann sein. Dazu kam noch Claus' Tochter in ihr Leben, die ihnen ihren Sohn Lynel anvertraut hat, nachdem ihr Krebs unheilbar geworden ist und sie kurz darauf gestorben ist. Julia hat nun das Leben, das sie sich schon so lange gewünscht hat, eine Familie. Obwohl es nicht immer einfach ist, aber ihr Mann kümmert sich liebevoll um seinen Enkel. Doch die Idylle währt nicht lange, denn Julia wird zu einem Leichenfund gerufen. Es handelt sich um eine skelettierte Leiche in einer Baugrube, die bei Baumaßnahmen gefunden wurde. Drei Wochen später werden in einer alten Gärtnerei, die nicht mehr genutzt wird und schon sehr verfallen ist, Knochen in einem Fass durch einen herumstreunenden Jungen gefunden. Die Rechtsmedizin ist gleich vor Ort und untersucht alles, denn es gibt dort sehr viele Abdrücke zu untersuchen. Der Besitzer des Grundstücks wurde vor ein paar Wochen tot in seinem Sessel gefunden und sonst lebte niemand mehr in der alten Gärtnerei. Die Rechtsmedizin und auch Julia und ihr Team stehen nun vor einem großen Rätsel, denn sie müssen nun ermitteln, wer das Skelett ist und ob es vielleicht auf dem Gelände noch mehr Leichen zu finden gibt.
Sie müssen aber erst einmal den Sohn und die Tochter des toten Besitzers verständigen und auch die demenzkranke Frau des Toten, damit sie es nicht erst aus den Nachrichten erfahren. Jedoch können sie von den Angehörigen nicht viel erfahren, denn sie hatten in den letzten Jahren keinen Kontakt mehr zum Ehemann und Vater, der sehr herrisch war. Ebenso weiß niemand, ob jemand der Angestellten der Gärtnerei vermisst gemeldet wurde. Julia und ihr Team tappen im Dunkeln, denn irgendwie können sie die gefunden Knochen nicht identifizieren und keiner will ihnen etwas sagen oder weiß etwas. Der Leichenfund in der Baugrube muss erst einmal hintenan gestellt werden. Aufgrund eingehender Recherche wird ein Zusammenhang zwischen einem Fall von 1992 bei der Sitte und dem jetzigen Fall hergestellt, aber die Tätersuche bleibt sehr langwierig und langatmig.
Andreas Franz' große Leidenschaft war das Schreiben. Er war Deutschlands erfolgreichster Schriftsteller, doch er starb im März 2011.
Daniel Holbe wurde 1976 in Friedberg (Hessen) geboren. Nach diversen beruflichen Tätigkeiten studierte er Sozialarbeit und arbeitete einige Jahre in diesem Berufsfeld. Das Schreiben begann er bereits im Jugendalter und 2011 übernahm er, durch den Verlag Droemer Knaur beauftragt, Franz' literarisches Erbe sowie die Fortführung um die Frankfurter Mordkommissarin Julia Durant. Parallel dazu schreibt er eine eigene Krimireihe. Seit 2018 lebt er mit seiner Familie in Ulrichstein im Hohen Vogelsberg.
Julia Durants wurde durch Andreas Franz zu einer echten Frankfurter Kult-Kommissarin. Seit „Todesmelodie“ (Band 12 der Reihe) ermittelt sie weiter, nachdem Daniel Holbe die Reihe von Franz übernommen hat. Julia Durants neuer, inzwischen 26. Fall ist von Beginn an sehr spannend, aber auch mitfühlend, sehr unterhaltsam und fesselnd zugleich geschrieben. Es werden die einzelnen Charaktere sehr interessant dargestellt, sowie auch die Balance zwischen der Vergangenheit 1992 und der Gegenwart ist sehr gut gelungen. Nicht nur die Fans dieser Reihe sind älter geworden, auch die Kommissarin hat sich weiterentwickelt, was sehr schön zu beobachten ist. Es ist wieder ein Buch, welches man, hat man es erst einmal begonnen, nicht mehr aus der Hand legen kann und das bis zur letzten Seite mitreißend lesenswert bleibt.
Fans der spannenden Unterhaltung werden an diesem Buch ihre helle Freude haben. Die Fans von Julia Durant werden auch diesen Band verschlingen und lieben!
448 Seiten, Taschenbuch, Verlag Droemer Knaur, 12,99 Euro.
Mord in eiskalter Nacht (Bücher)
Tod in heller Sommernacht (Bücher)
Weil sie lügt (Bücher)