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Hohe Wogen - Ein Alpen-Krimi

Hauptkommissarin Irmi Mangold wird früh aus ihrem Bett gerissen, als sie einen Anruf von ihrem Chef bekommt. Sie soll an den Starnberger See fahren, wo eine Frauenleiche aufgefunden wurde. Sie weckt ihren Freund, genannt Hase, der für die Spurensicherung zuständig ist.
Der Anblick am See ist nicht sehr schön, da die Frau mit einem Fünfzack erstochen auf einem SUP (Stand-Up-Paddling) angeschwemmt wurde. Irmi und ihre Kollegin Kathi suchen schon einmal in der näheren Umgebung nach Personen, die vielleicht etwas gesehen haben könnten. Sie treffen dabei auf den ehemaligen Professor und jetzigen Naturkundler Angerer, der mit seinem Boot die Frau auf dem See entdeckt hatte. Er schimpft über die ganzen Touristen, die den See und das Naturschutzgebiet unsicher machen und dabei auf niemanden Rücksicht nehmen. Die Ermittler wissen auch nicht, um wen es sich bei der Toten handelt. Kathi ist sich sicher, dass die Frau einen Mini gefahren hat. Es ist ihre Intuition, und kurz darauf sehen sie einen Mini sogar in der Nähe stehen. Bei der Halterabfrage stellt sich heraus, dass es sich um eine sechzigjährige Frau handelt, die für eine Filmproduktion arbeitet. Bei der Befragung am Filmset erfahren die Ermittler, dass es sich um die Tote handeln könnte, denn sie hat ihre heutige Verabredung nicht eingehalten. Ihr Name ist Elisabeth Mühlegger und sie ist als Location Scout für die Filmproduktion verantwortlich.

Irmi und Kathi fahren zu Elisabeths Haus, welches sich nicht weit weg vom Starnberger See befindet. Die Tote ist geschieden und lebt alleine, sie treffen aber auf die Nachbarinnen, die sehr redselig sind und dabei einiges über ihre Freundin und Nachbarin zu erzählen haben. Dabei erfahren sie, dass die Tote einen Sohn hat, der aber weiter weg wohnt. Aber irgendwie haben sie keinen Ansatz bei ihren Ermittlungen, vor allem darüber, was für den Mord ausschlaggebend war.

Nebenbei offenbart Irmis Bruder, dass er mit seiner ungarischen Frau in deren Heimat ziehen und dort einen Hof bewirtschaften will. Dies wäre doch für Irmi die Chance, dass sie auf den alten Hof ihres Bruders am Starnberger See ziehen könnte. Denn alle wissen, dass trotz vieler Angebote von diversen Höfen, Irmi nichts recht war, denn eigentlich will sie ihre bayerische Heimat nicht verlassen. Somit hat Irmi auch noch darüber zu grübeln. Doch Irmi und Kathi wären nicht die besten Kommissarinnen, wenn auch dieser Fall nicht gelöst werden würde.

Auch dieser Fall mit Irmi Mangold und ihren Kollegen, inzwischen schon der dreizehnte, war wieder ein großer Lese-Genuss, vor allem, wenn man Irmi schon aus früheren Geschichten kennt, und weiß, wie sie tickt. So ist es immer ein Spaß, Neues aus ihrem Leben zu erfahren und mit ihr mitzufiebern und mitzuleiden.

Beim Lesen konnte ich mich in diese Kriminalgeschichte direkt hineindenken und war gedanklich direkt am Starnberger See, und habe so die Ermittlungen quasi „live“ miterleben können. Nicola Förg scheint es großes Vergnügen zu bereiten, auch das teils recht chaotische Privatleben der Ermittler zu durchleuchten, und auch da bin ich hautnah mit dabei und durchlebe zusammen mit Irmi und Kathi allerlei Situationen. Zu Lachen gibt es trotz all der Ermittlungen auch immer etwas, was Förgs Geschichten aus Bayern richtig rund macht.

Wer gar nicht von diesen herzlichen Alpen-Krimis bekommen kann, dem kann ich schon verraten, dass es im Juni den nächsten Band von Nicola Förg geben wird, und da können wir uns alle wieder darauf freuen. Nur weiter so, Frau Förg!

Gudrun Loher
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